| zurück | Mentoring in der Bibel | ||||||
| In der Bibel gibt es eine Fülle von Beispielen, in denen Männer Gottes junge Menschen, die Gott für seinen Dienst gebrauchen wollte, in eine Mentorenbeziehung stellte. Dort sollten sie sowohl im geistlichen als auch im persönlichen Bereich wachsen und für ihren späterer Dienst vorbereitet werden. Einige Beispiel sollen im Folgenden aufgezeigt werden: Mose und Josua Mode begleitete Josua über 40 Jahre vom Auszug aus Ägypten bis zu seinem Tod. Josua wurde der Co-Leader von Mose und stand zwischen Mose und dem Volk (vgl. 2. Mose 32, 1518). Gott selbst bestimmte, dass Josua der Nachfolger von Mose werden sollte und jener bekam den Auftrag, ihm für diese Aufgabe die nötige Unterweisung zu geben: „Aber Josua, der Sohn Nuns, der dein Diener ist, der soll herkommen. Dem stärke den Mut; denn er soll Israel das Erbe austeilen.“ Josua reifte in dieser Zeit zu einem geistlichen Leiter heran, der das Volk Israel in das versprochene Land führte. Interessant ist, dass Gott selbst Josua als Mentee für Mose aussucht. Gott sagt Mose nicht nur wen er aussuchen soll, sondern auch wie er es machen soll und was das Ziel dieser Aufgabe ist, nämlich Israel später zu führen. Elia und Elisa Ähnlich war es bei Elia und Elisa, es ist zwar nicht genau bekannt, wie lange Elisa Diener und Schüler von Elia war, aber es war so lange, dass zwischen beiden ein großes Vertrauensverhältnis wuchs (vgl. 2. Könige 2,1-18). Dieses Verhältnis zwischen Elia und Elisa war so intensiv, dass Elisa Elia sogar Vater nannte: Mein Vater, mein Vater, du warst Israels Streitwagen und sein Lenker. Nicht nur deshalb wurde Elisa zum Nachfolger von Elia und bekam von Gott den Geist mit der Vollmacht Elias. Hier werden schon zwei Ebenen des Mentorings deutlich die bis heute eine große Rolle spielen. Zum einen die persönliche Ebene: Elisa nennt Elia Vater. Hier wird eine enge emotionale Beziehung zwischen den beiden deutlich, die in der Zeit ihrer Mentorenschaft gewachsen ist. Zum anderen wird gleichzeitig der Respekt von Elisa zu Elia deutlich, indem er ihn Streitwagen und Lenker Israels nennt. Elisa weiß um die Vollmacht und Größe seines Mentors, er sieht in ihm einen großen Gottesmann, vor dem er Achtung und Respekt hat. Diese zwei Ebenen innerhalb einer Mentorenbeziehung gehören zusammen und ergeben eine Basis, auf der viel aufgebaut werden kann. Jesus und seine Jünger Jesus war für seine Jünger der ideale Mentor. Er lebte mit Dir zusammen, sie zogen drei Jahre durch Israel und die Jünger lernten Schritt für Schritt, was Jesus Dir über das Reich Gottes mitteilte. Sie schauten ihm „über die Schulter“ bei seinen Reden und seinen Wundern, sie durften mithelfen und kleinere Aufgaben selbst übernehmen (Mt 14,13-21: Speisung der 5000), dann gab es Kurzpraktika, in denen sie das Gelernte in eigener Verantwortung in die Praxis umsetzen konnten (Lk 9,1-6: Aussendung der 12 Jünger). Jesus ging auf ihre Fragen ein (Lk 11,1-13), hatte Geduld bei ihrem Unverständnis, lehrte sie (Mt 5-7) und schlichtete ihren Streit (Lk 22,24-30). Er nahm sich Einzelne beiseite, hatte Zeit für sie und half Dir, den richtigen Weg zu finden (Joh 20,24-31). Kein Schüler steht über seinem Lehrer. Und wenn er ausgelernt hat, soll er wie sein Lehrer sein. Jesus Christus, Lk 6,40 Von Jesus kannst du sicherlich am meisten lernen, was es heißt Mentor zu sein. Deshalb möchte ich darauf später noch mal gesondert eingehen (vgl. Punkt ). Was bei dem gerade zitierten Vers auffällt, ist die Zielsetzung bei Jesus. Er lehrt seine Schüler nicht irgendwas und irgendwann, sondern er hat ein klares Ziel: Die Schüler sollen so werden wie ihr Lehrer. Sicherlich ein hoher Anspruch, aber mit dem klaren Ziel vor Augen und drei Jahren Zeit, versucht Jesus seine Schüler zu lehren und Dir sein Leben selbst vorzuleben. Dabei läßt er sich von vielen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen, sondern hält an seinem Ziel fest. Interessant ist bei diesem Gedanken auch, dass Jesus selbst das Ziel und das Ergebnis nicht mehr mitbekommt, zumindest in seiner Zeit auf Erden. Er verläßt die Jünger und erst durch seinen Heiligen Geist verstehen und erinnern sich die Jünger an ihre drei Lehrjahre und können das Gelernte eindrucksvoll umsetzen. Barnabas und Paulus Die Mentorengeschichte von Barnabas und Paulus ist eine ganz besondere. Barnabas kümmert sich um den frisch bekehrten Saulus in einer Zeit, da sich die Christen vor ihm fürchteten und die Juden ihn töten wollten. Barnabas nahm ihn bei sich auf und brachte Paulus nach Jerusalem zu den Aposteln. Danach trennten sich ihre Wege, bevor Jahre später Barnabas nach Tarsus zog, um Paulus zu suchen. Barnabas aber zog aus nach Tarsus, Saulus zu suchen. Apg. 11,25 Zusammen gingen sie nach Antiochia und blieben ein Jahr dort. Nach kurzem Aufenthalt in Jerusalem starteten sie von Antiochia zusammen zur ersten Missionsreise. Barnabas war als Prophet und Lehrer unter den Christen der damaligen Zeit hoch angesehen, Paulus nach seiner Bekehrung ein Unsicherheitsfaktor. Barnabas kümmerte sich um Paulus und lehrte ihn. Auch wenn es in ihrer Beziehung manchmal Spannungen gab, hatten beide einen großen Einfluss auf die erste Christenheit. Ein Kennzeichen eines Mentoren ist, dass er ein „Blick“ für Mentees hat. Barnabas suchte Saulus. Er hat sich an Saulus erinnert, hat sein Potenzial erkannt und hat sich auf den Weg gemacht. Keine Mühe war zu groß, er wußte es lohnt sich. Ein Mentor muss sich sein Mentee manchmal suchen, Gott bitten, dass er den findet, dem er wirklich helfen und fördern kann. Paulus und Timotheus Paulus wiederum war Mentor für Timotheus. Er suchte sich den jungen Timotheus aus und ließ ihn mit sich auf die zweite Missionsreise ziehen. Über das fast väterliche Verhältnis zwischen Paulus und Timotheus geben die zwei Timotheusbriefe ausreichende Auskunft. In Dir werden viele Punkte für ein gutes Mentoring angesprochen. Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist, du weißt ja, von wem du gelernt hast. 2. Tim 3,14 Eine Mentorenbeziehung kann sich über einen bestimmten Zeitraum erstrecken (wie bei Jesus und seinen Jüngern) oder über eine unbestimmte Zeit, wie es bei Paulus und Timotheus war. Timotheus hat eine Menge von seinem Mentor Paulus gelernt, arbeitete mittlerweile Selbständig, die Mentorenbeziehung hat sich über die Jahre verändert, aber sie besteht immer noch, nur auf einer anderen Ebene. Paulus pflegt den Kontakt zu Timotheus, jetzt muss er ihm nicht mehr alles neu beibringen, aber er erinnert Timotheus an das, was er von ihm gelernt hat. Sie haben zusammen viel erlebt und Paulus hat Timotheus viel gelehrt, daran soll sich Timotheus besonders in schwierigen Situationen erinnern. Paulus als Vorbild Mentor zu sein bedeutet auch Vorbild sein. Dessen war sich Paulus bewußt und hat dies auch mehrfach betont. Die bekannteste Stelle ist sicherlich aus dem Korintherbrief: Folgt meinem Beispiel, wie ich dem Beispiel Christi! 1.Kor 11,1 Das Entscheidende ist nicht nur Vorbild zu sein, sondern auch selbst ein Vorbild zu haben. Paulus orientiert sich an Christus und die Korinther sollen sich an Paulus orientieren. Trotzdem fällt es einem heute schwer, sich selbst als Vorbild zu sehen, zumindest geht es mir so. Ich glaube aber, dass es nicht darum geht, dass man ein Vorbild ist, im ganz normalen Alltagsleben und nicht nur darüber redet. Die Korinther, neu im Glauben, brauchen Anschauungsunterricht in Sachen Glauben. Den finden sie in der Person und im Vorbild Paulus. Er ist für sie da, lebt Dir vor, mit allen Fehlern, was Glaube heißt. Auch über eine große Entfernung ist er für sie da, ermutigt und kritisiert sie. Das kann er aber nur tun, weil es eine Beziehung zwischen ihm und den Korinthern gibt. Es herrscht ein Vertrauensverhältnis, auf das er aufbauen kann. Mentorenschaft als Multiplikator Bei Christus, Paulus und den Korinthern ist es schon angeklungen: Mentorenschaft bedeutet immer auch Weitergabe. Jesus hat es gesagt: Ein Schüler hat das Ziel auch Lehrer zu werden und selbst wieder Schüler zu haben. Hier kommen wir an einen sehr wichtigen Punkt des Mentorings: Multiplikation. Paulus beschreibt und ordnet genau diese Multiplikation seinem Mentee Timotheus an: Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren. 2. Tim. 2,2 Der Mentor gibt seine Erfahrung und Weisheit an den Mentee weiter, dieser wächst und kommt selbst an den Punkt, an dem er seine Erfahrungen wieder an einen neuen Mentee weitergibt. So wird aus einem Mentee ein Mentor. Dies sollte sich so oft als möglich wiederholen. Wenn ein Mentee zum Mentor wird und selbst einen Mentee hat, bedeutet dies aber nicht, dass er seinen alten Mentor aufgibt. Sondern, dass er sowohl Mentor als auch Mentee sein kann. Dies ist sicherlich ein erstrebenswertester Punkt im Bereich des Mentoring. Was daraus werden kann, soll am Beispiel von Barnabas in der folgenden Skizze verdeutlicht werden. |
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