| zurück | Jugendkultur in Deutschland | ||||||
| Vorweg In Deutschland gibt es nicht den Jugendlichen, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung die sowohl Jugendliche, als auch die Jugendkultur geprägt und beeinflusst hat. Im folgenden Beitrag soll es darum gehen, weitreichende Einflüsse und Entwicklungen darzustellen, dabei soll es nicht um plakative Beschreibungen gehen, sondern um das, was Jugendliche heute empfinden, worauf sie ihre Hoffnungen setzen, was ihnen Probleme bereitet und wo sie sich missverstanden fühlen. Eine besondere Rolle spielen Jugendliche für die Konsumgesellschaft der 90er Jahre, da diese die große Kaufkraft der Jugendlichen entdeckt hat. Marketingexperten und Trendforscher versuchen seither, die subjektiven Bedürfnisse der Jugendlichen zu befriedigen. Hinzu kommt eine Unsicherheit bei der Einschätzung von Problemen, Ängsten und Hoffnungen der Jugendlichen, die besonders von den Medien aufgegriffen und negativ ausgeschlachtet werden. Zwei wichtige gesellschaftliche Züge, die einen großen Einfluß auf die Jugendkultur haben, sollen kurz beleuchtet werden. 1. Der Hang zum Übernatürlichen (Transzendenten) Wenn man nach der Glaubwürdigkeit von Kirchen unter Jugendlichen fragt, stehen diese ganz unten. Überraschend ist allerdings, dass 38 % der Jugendlichen sich selbst als Christen bezeichnen, davon aber nur 2% regelmäßig in die Kirche gehen. 54% glauben zwar an Gott, doch nur 8% an den Gott der Bibel! Wir sehen also eine ganz große Verschiebung und Neufüllung der Begrifflichkeiten. Eine Verschiebung weg vom christlich-biblischen Glauben hin zum transzendent-mystischen Glauben. 54% der Jugendlichen glauben an Gott. Eine solche Angabe sagt kaum etwas über die inhaltliche Qualität des Glaubens aus, sondern zeigt lediglich, dass viele der heutigen Jugendlichen nicht ohne transzendenten Bezug leben können. Man darf nicht vergessen, dass sich auch in Deutschland der religiöse Pluralismus ausgebreitet hat. Man glaubt an einen Gott, an irgendeinen, sei es Allah, Buddha oder ein übergeordneter Gott, der über das Universum herrscht. Gott hat nicht unbedingt etwas mit dem Gott der Bibel und des Christentums zu tun. Es ist heute leicht, an einen Gott zu glauben, da jeglicher Gottesglaube von der Gesellschaft akzeptiert wird. Der Pluralismus erlaubt es, dass jeder an den Gott glaubt, den er haben will, jeder toleriert den Glauben des anderen. Der Soziologe H. Barz schreibt zur Gleichstellung Gottes: „Dass Christen, Moslems, Juden und Buddhisten unter verschiedenen Namen eigentlich denselben Gott meinen, charakterisiert den heute noch denkbaren Gott, [...] die einen sagen Buddha, die anderen sagen Manitu, die dritten sagen Gott und die vierten sagen Trallala.“ Der Pluralismus ist vielschichtig - alles ist möglich. Mit dem Pluralismus und der neuen religiösen Vielfalt macht sich ein neuer Hang zum Transzendenten bemerkbar. Während in Deutschland die traditionellen Kirchen mit ständig steigenden Zahlen von Kirchenaustretern zu kämpfen haben, sucht die Masse der Bevölkerung neue Ebenen, um ihren Glauben auszuleben. Seit Anfang der 90er Jahre gibt es eine Renaissance der Transzendenz und Spiritualität und zwar auf den unterschiedlichsten Ebenen und Richtungen: Tarot, Bergkristalle, westlicher Buddhismus, Sekten oder der gewaltig aufkommende Glaube an Sternzeichen und die gesamte Astrologie. Natürlich macht sich das Fernsehen diese Esoterikwelle zu Nutzen und schon gibt es „Akte X“, eine Mystery Serie. Aus Amerika kommt die Esoterikshow „Psi Faktor“, in „Terra X“ werden Vampire und Yetis gejagt, weiterhin gibt es „Millennium“, „Nowhere Man“, „Outer Limits - Die unbekannte Dimension“, „Dark Skies“ und wem das noch immer nicht reicht, der kann sich eine Diskussion über Ufos, Wunderheiler, Kornkreise, Tarot oder Pyramiden in der Nachmittagsshow „Talk X“ anschauen. Ein neuer Hang zur Emotionalität macht sich innerhalb dieser Pseudo-Religionen breit. Man will sich selbst erleben. Umso aufgekärlter, sachlicher und wissender unsere Gesellschaft wird, desto mehr sehnt sie sich nach einem transzendenten Ausgleich, um die eigene emotionale Sehnsucht und innerliche Leere zu füllen. 2. Der Erlebnisdrang War früher z. B. Einkaufen ein normales Ritual, das zum Alltag dazugehörte, werben heute sämtliche Warenhäuser damit, dass bei ihnen das Einkaufen zum Erlebnis wird. Die Ausgaben für nicht existenzielle Dinge gingen in den letzten Jahren drastisch nach oben. Es stellt sich jetzt die Frage: „Was ist überhaupt ein Erlebnis? Ist es nicht völlig subjektiv, wenn es von den Empfindungen des einzelnen abhängt?“ Das Entscheidende ist hierbei, dass Erlebnisse nicht vom eigenen Subjekt empfangen, sondern vom Subjekt selbst gemacht werden. „Was von außen kommt, wird erst durch die eigene Verarbeitung zum Erlebnis.“ Es kommt also nicht nur auf die von außen gegeben Einflüsse an, sondern vor allem, wie sie einem präsentiert werden. Wenn man z. B. früher ein Auto kaufte, ging es darum, von Punkt A zu Punkt B zu kommen, heute ist das Auto ein Repräsentationsmittel und die Fahrt wird als ein Erlebnis verkauft. In der Werbung für Automarken geht es nicht mehr um das reine Fortbewegen, sondern um das Vergnügen am Fahren. Der Mensch nimmt bestimmte Reize wahr und fängt an, darauf zu reagieren. Wenn er aber schon mit einer Menge an Reizen aufwächst, braucht er neue Reize, die ihn wieder zum Erleben bestimmter Ereignisse animieren. Durch Satelliten und Kabelfernsehen, Computerspiele, Musikvideos mit immer schnelleren Schnittfolgen, Techno/Dancefloormusik mit bis zu 200 Beats pro Minute, etc. erleben vor allem Kinder und Teenager schon im jungen Alter eine Reizüberflutung, mit der sie oftmals nicht umgehen können und die sie entweder psychisch labil macht oder abstumpfen lässt. 3. Die Entwicklung der Jugendkultur in den 90er Jahren Zu Beginn der 90er Jahre machte sich unter den Jugendlichen ein Realismus breit, der vor allem in Amerika Hunderttausende von Jugendlichen angesteckt hat, die sogenannte „Generation X“ . In Deutschland konnte sich diese Bewegung nie durchsetzen, auch wenn dies von den Medien immer wieder behauptet wurde. Die Rezession der Wirtschaft mit der Folge der Arbeitslosigkeit, die Orientierungslosigkeit der Politiker, der Wertepluralismus, die Tatsache, dass 50% der Jugendlichen aus Scheidungsfamilien kommen und vieles mehr, führte zu einer großen Verunsicherung der Jugendlichen in Deutschland. Dazu kommt, dass an der Spitze der Jugendkultur in Deutschland die „Technobewegung“ steht, die sich durch ihre extreme Kleidung, Musik, Drogen und ihre gesamte Lebensauffassung gut vermarkten lässt. Zu dieser Bewegung bekennen sich 34% der deutschen Jugendlichen, das sind über 4 Millionen Jugendliche plus eine große kommerzialisierte Mitläuferschaft, die die vorgegebenen Trends in abgeschwächter Form übernehmen. Techno der 90er Jahre ist von einem Realismus bestimmt, der all diese ideologischen Träumereien als Lebenslügen ansieht. Techno verspricht nichts. Für die Technogeneration ist die Gegenwart die beste Zukunft. Techno ist tautologisch. Die „Macher“ von Techno haben erkannt, dass es unmöglich ist, in der heutigen Gesellschaft noch Versprechungen zu machen, denn selbst die Naivsten wissen, dass man sie nicht halten kann (abschreckendes Beispiel sind häufig Politiker). Es geht nicht mehr, wie in früheren Generationen darum, dass es „unsere Kinder mal besser haben“, man muss für das Lebensgefühl der heutigen Jugendlichen keine Opfer mehr bringen, man braucht keine Visionen, keinen Anspruch, man lässt sich einfach mitnehmen, abholen und für einen Moment aus dem Alltag entführen. Dabei darf man nicht den Fehler machen und sagen, dass Großteile der Jugendbewegung politisch uninformiert wären oder an der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes kein Interesse hätten. Das Gegenteil ist der Fall, nie war die politische und gesellschaftliche Bildung in Deutschland so hoch wie in den 90er Jahren. Der Unterschied ist, dass sich die Jugendlichen nicht mehr aktiv beteiligen. Viele Jugendlichen haben den Status des kritischen Beobachters. Sie sind nicht unkritisch, sondern wollen keinen Streit; Protest wird einfach draußengelassen. 4. Das Leben wird immer komplexer Jugendliche wachsen in einer Umgebung der Optionen auf. Sie haben mehr Wahlmöglichkeiten als irgendeine Generation vor ihnen. Niemals zuvor in der Geschichte gab es so viele verschiedene Trends, eine so große Vielfalt an Angeboten, aus denen die Jugend auswählen kann, sogar muss. Nie gab es so viel Subkulturen und einen so unbeständigen „Mainstream“ wie in den 90er Jahren. Weder in den 70er noch in den 80er Jahren gab es eine solche Flut von verschiedenen Strömungen und nie zuvor waren diese Strömungen so schnelllebig und unbeständig wie heute. Niemals waren die Jugendlichen so hin- und hergerissen in ihren Entscheidungen wie in den 90er Jahren. Es wird ihnen nichts mehr vorgegeben, es ergeben sich selten Dinge zwangsläufig wie beispielsweise die Schule. Fast überall haben die Jugendlichen die Freiheit, unter vielen verschiedenen Möglichkeiten auszuwählen. Die Medien werben mit schillernden Bildern und ansprechenden Texten für die besten Lebenserleichterungen und unterstützen jeden Trend, der nur annähernd verspricht, Profit abzuwerfen. Gab es früher drei Fernsehprogramme, gibt es heute bis zu 48! Gab es früher zwei oder drei Jugendmagazine, so gibt es heute für jede Subkultur gleich mehrere. Was soll ich anziehen? Eine banale Frage, die beim heutigen „Markenkult“ für viele Jugendliche zur Identitätsfrage wird. Was ist gerade im Trend? Welches Computerspiel ist im Moment „in“? Welche CDs sind in den Charts? Welche Berufe haben Zukunft? Wie kann ich in all diesen verschiedenen Trends, Strömumgen und Angeboten meine eigene Identität finden? Diese und viele andere Fragen kommen zur normalen Entwicklung der Jugendlichen hinzu und machen das Leben für Jugendliche immer komplexer und zwar in allen Lebensbereichen. Komplexität wird zu einem Gefühl, man kann sogar sagen, zu einem Lebensgefühl. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „Kultur der Wahl“. Es gibt eine Unmenge neuer Trends und Erscheinungsformen, die entdeckt und ausprobiert werden müssen. Jeder Jugendliche hat heute mehr Optionen, die er wahrnehmen kann, als irgendwelche Jugendliche vor ihm. Es wird immer schwerer, die eigene Identität zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Dieser Konflikt, den die Jugendlichen erleben, ist für viele Erwachsene nicht nachvollziehbar. Für viele Erwachsene ist die komplexe Lebenswelt der Jugendlichen nicht fassbar. Sie können die damit verbunden Konflikte in keinster Weise verstehen und sehen nur das Positive, nämlich die Wahlmöglichkeit, die sie nie hatten. Die Eltern, geprägt in ihrer eigenen Jugend von der Wirtschaftswunderzeit, leistungs- und erfolgsorientiert, wollen ihren Kindern helfen. Doch diese wollen keine Hilfe. Im Gegenteil, die Jugend macht die vorherige Generation für den ökölogischen und ökonomischen Zustand unseres Landes verantwortlich. Und viele Jugendliche sind nicht bereit, sich zu engagieren, wenn es darum geht, den „Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen“. Jugendliche sind hervorragende Beobachter, sie sehen die zerstörten Ehen ihrer Eltern, die Staatsverschuldung, die Umweltverschmutzung, die Unehrlichkeit vieler öffentlicher Personen und vieles mehr. Viele Jugendliche fühlen sich von der Generation ihrer Eltern missverstanden und viele Eltern geben ihren Kindern gute Ratschläge und verstehen nicht, warum ihre Kinder sich gegen diese wehement zur Wehr setzen. Dieser Generationskonflikt des gegenseitigen „Nicht Verstehens“ geht durch fast alle gesellschaftlichen Institutionen, angefangen bei der Familie, über Schule, Arbeitsplatz bis hin zu Kirchen und Vereinen. 5. Jugendliche zwischen Anspruch und Moral Jugendliche sehen sich selbst in einer Maschinerie, aus der es zum Teil kaum ein Entrinnen mehr gibt. Nicht nur, dass die Wahlmöglichkeiten fast unbegrenzt sind, viele Wahlmöglichkeiten sind auf dem zweiten Blick gar nicht so offen, wie dies von der Öffentlichkeit proklamiert wird. Dies zeigt das Beispiel Arbeitsplatz. Den Jugendlichen wird suggeriert, dass ihnen alle Arbeitsplätze offen stehen, dies ist aber in keinster Weise so. Die Einstellung geht immer noch nach sozialer Herrkunft, Leistungsnachweis und Bildungsstand. Dazu kommen die Zukunftsperspektiven, die manche Arbeitsplätze haben oder auch nicht. Die Kriterien engen die Wahlmöglichkeiten bis auf ein Minimum ein. „Aber“ und „Problem“ sind die Keywörter der Alltagskultur vieler Jugendlicher geworden. Die Jugend wächst in einer sehr großen Spannung auf. Auf der einen Seite wird ihnen gesagt, dass es noch nie soviel Möglichkeiten gab, sich zu entwickeln, noch nie hatten Jugendliche so viel Geld zur Verfügung, noch nie waren sie so gut informiert wie in den 90er Jahren. Auf der anderen Seite hat die Sache ein „aber“, einen Haken, einen „Zeigefinger“ der sagt: „Entwickle deine Begabungen, aber denk an den Arbeitsplatz. Konsumiere, aber denk an die Umwelt. Lebe deine Sexualität, aber denke an Aids. Tu was du willst, aber denk dran!“ Viele Jugendliche versuchen aus diesem Kreislauf auszubrechen. Sie wollen und müssen lernen, mit ihrer Freiheit und ihrer Verantwortung (die übrigens keiner gerne wahrnimmt) umzugehen. „Das so wichtige Element der individuellen Freiheit bekommt angesichts der Zunahme an Wahlmöglichkeiten einen völlig neuen Sinn: Freiheitsspielräume werden zu absoluten Freiheiten und diese werden in gerade zu dialektischer Umkehr nicht mehr als Freiheit im traditionellen Sinn empfunden.“ Dies ist ein wichtiger Punkt, denn wenn die Jugendlichen ihre eigentliche Freiheit, die sie haben, nicht mehr als diese nutzen und verstehen, fehlt ihnen die Freiheit, die sie eigentlich brauchen und sie fühlen sich beengt und eingeschränkt. Dies wird aber kaum ein Erwachsener nachempfinden können. Vor allem, wenn es um scheinbar banale Fragen des Alltags geht. 6. Ängste, Probleme & Generationskonflikte Jugendliche befinden sich in einer schwierigen Situation, dazu kommen Generationskonflikte zwischen der Elterngeneration und den Jugendlichen, die in einem ganz anderen gesellschaftlichen Umfeld aufwachsen. Als Beispiel sei nur die Familie erwähnt: 1957 gab 46 Tausend Scheidungen 1996 waren es 176 Tausend (1996: 148782 Scheidungskinder; 2279000 Alleinerziehende Mütter in Deutschland). Statistiken: Zukunft: Probleme & Ängste Was ist das größte Problem für Jugendliche in der Gesellschaft: Arbeitslosigkeit: 18-21jährige: 58,5% 22-24jährigen: 62,5% 12-14jährigen: 18% Als großes Problem sehen es 92% aller Jugendlichen! Als weitere Probleme kommen danach: Drogenprobleme Probleme mit Personen um einen herum Lehrstellenmangel Schul- und Ausbildungsprobleme Zukunftsperspektiven Was hier wirklich deutlich wird, ist, dass alle Probleme mit den Leuten existentiell zusammenhängen, erst viel später kommen Umweltschutz oder Konsumverhalten. Trotz dieser Probleme und Ängste sehen 53% der Jugendlichen die Zukunft optimistisch und 47% eher düster. Dabei ist wieder ein Trend festzustellen: Je jünger die Jugendlichen sind, destso optimistischer blicken sie in die Zukunft. Politik & Institutionen: 47% der Jugendlichen haben Interesse an Politik und kennen sich in der politischen Landschaft gut aus. (Auch hier ein starkes Altersgefälle: 12-14J. 16%, 22-24J 57%). Wenn es allerdings um das Vertrauen der Jugendlichen in Politiker geht, sieht es wiederum sehr schlecht aus: In welche Gruppe/Organsisation haben sie kein Vertrauen: politische Parteien: 52,8% Bundesregierung: 51,5% Kirchen: 51,2% Bundestag: 49,7% Das größte Vertrauen haben Jugendlichen in Umweltorganisationen und Menschenrechtsgruppen. Man kann nicht von einer Politikverdrossenheit der Jugendlichen sprechen, sondern die Jugendlichen unterstellen den Erwachsenen und Politikern, dass sie nicht an ihnen interessiert sind. Also nicht Politikverdrossenheit der Jugend, sondern die Jugendverdrossenheit der Politik wird angemahnt. Lebensziel: Guter Beruf / interessante Arbeit 88,7% Finanziell abgesichert sein 89,2% Partnerschaft, die mich ausfüllt 84,1% Familie und Kinder 77,1% Mit anderen in Harmonie leben 76% Fester Halt im Glauben 31,1% Auch die Lebensziele zeigen eine große „Ich-Bezogenheit“ der Jugendlichen auf. Aber sie zeigen auch die Spannung zwischen der Suche nach Unabhängigkeit auf der einen Seite und der Suche nach Geborgenheit und Emotionalität auf der anderen Seite. Auch hier sehen wir wieder eine typische Ambivalenz der Jugendlichen. Abschließende Gedanken Die Ambivalenz der Jugend in Deutschland ist für manche schwer zu verstehen: auf der einen Seite ist der Hang zum Erlebnis, zum grenzenlosen Spaß und auf der anderen Seite ein neuer mystischer Hang zur Transzendenz, eine neue religiöse Hoffnung, ein Werteaufschwung von Treue, Liebe und Familie und eine neue moralische Einstellung, ohne dabei moralisch (mit erhobenen Zeigefinger) zu werden. Ein Widerspruch? Keineswegs, genau diese Extreme, diese Vielfalt bezeichnet und beschreibt die deutsche Jugend um die Jahrtausendwende. Zwischen diesen Extremen liegen Hunderte von Wahl -und Mixmöglichkeiten, aus denen sich jeder Jugendliche seine eigenen Identität basteln darf, soll und muss! |
|||||||